DSGVO: TEIL 1:  E-Commerce u. E-Mail-Kommunikation für Onlinehandel, Was ist noch erlaubt?

//DSGVO: TEIL 1:  E-Commerce u. E-Mail-Kommunikation für Onlinehandel, Was ist noch erlaubt?

DSGVO: TEIL 1:  E-Commerce u. E-Mail-Kommunikation für Onlinehandel, Was ist noch erlaubt?

DSGVO: TEIL 1:  E-Commerce u. E-Mail-Kommunikation für Onlinehandel, Was ist noch erlaubt?

Seit dem 25. Mai 2018 gilt die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Besonders viele Onlinehändler sind seither verunsichert.  Fragen wie die zukünftige Kommunikation mit ihren Kunden und was darf ich noch per E-Mail schicken? Es gibt nur ein paar wenige Grundsätze zu beachten, um beim Onlinehandel nicht über eine juristische Fußangel zu stolpern. Die wichtigsten Fragen rund um das Thema „E-Commerce, Kundenkommunikation und DSGVO“ beantworten wir in diesem Beitrag.

INHALT:

TEIL 1:  E-Commerce u. E-Mail-Kommunikation für Onlinehandel, Was ist noch erlaubt?

TEIL 2:  E-Commerce u. E-Mail-Kommunikation für Onlinehandel, Basisarten der Kommunikation

TEIL 3:  E-Commerce u. E-Mail-Kommunikation für Onlinehandel, Bewertung und Social Media

 

Unter welchen Voraussetzungen dürfen Daten im E-Commerce erhoben und verarbeitet werden?

Gemäß DSGVO dürfen Daten nur mit Einwilligung des Datenberechtigten, aufgrund gesetzlicher Bestimmungen oder zur Wahrung berechtigter eigener Interessen genutzt werden. Bei der Datenerhebung kommt gegenüber einem Kunden, anders als bei Mitarbeitern, aber nur die Zustimmung als Rechtfertigungsgrund in Frage. Daten, die ein Geschäftspartner für Bestellzwecke übermittelt hat, dürfen außerdem nur für diesen Zweck genutzt werden. Kunden, die nur ein paar Socken bestellen wollten, mit einem Geburtstagsgruß zu überraschen, ist deshalb ohne explizite Zustimmung keine gute Idee.

Wann dürfen Daten an Dritte weitergegeben werden?

Auch hier gilt, dass dies grundsätzlich nur mit der Einwilligung des Kunden erfolgen darf. Das kann auch konkludent, also durch schlüssiges Handeln erfolgen. Wer Ware bei einem Versandhändler bestellt, der stimmt auch stets der Weitergabe der Lieferadresse an den Kurierdienst zu. Die Bankverbindung darf an den Zahlungsabwickler weitergegeben werden.

Darüber hinaus dürfen Onlinehändler die Daten von Kunden, die in Zahlungsverzug geraten, auch an ein Inkassounternehmen oder einen Anwalt übermitteln. In diesem Fall gilt die Beitreibung der Außenstände als berechtigtes Interesse des Gläubigers. Rating-Agenturen oder Kreditschutzvereinigungen dürfen über den Zahlungsverzug dagegen nur informiert werden, wenn der Kunde dem im Vorfeld zugestimmt hat.

Das gleich gilt für die Weitergabe von personenbezogenen Daten der Kunden an Auskunfteien zwecks Überprüfung der Kreditwürdigkeit. Auch hier muss der Kunde ausdrücklich im Voraus zustimmen. Tut ein Kunde dies nicht, darf der Onlinehändler den Vertragsabschluss verweigern, er darf aber keinesfalls eigenmächtig eine Kreditwürdigkeitsprüfung veranlassen.

Wie muss die Zustimmung der Kundinnen und Kunden eingeholt werden?

Die Zeiten, in denen einem Kunden die Zustimmung zur quasi unbegrenzten Nutzung seiner Daten noch im Kleingedruckten untergejubelt werden konnte, waren schon lange vor Inkrafttreten der Datenschutzgrundverordnung vorbei. Jetzt ist aber, bis auf wenige Ausnahmefälle, stets die aktive Einwilligung des Kunden erforderlich. Für den Onlinehandel bedeutet das, dass das Kästchen, das der Kunde ankreuzen muss, nicht mehr vorausgefüllt sein darf. Statt der sogenannten Opt-out-Methode, bei der Kunden dem Händler das Recht zur Datenverarbeitung durch eine aktive Handlung entzieht, gilt nun nur mehr die Opt-in-Methode als zulässig. Der Kunde muss den Haken also immer selber setzen.

Welche Daten dürfen Onlinehändler abfragen?

Je besser ein Händler seine Kunden kennt, desto besser kann er sein Sortiment auf diese Klientel zuschneiden. Leider gilt nicht alles, was betriebswirtschaftlich sinnvoll ist, auch als berechtigtes Interesse im Sinne der Datenschutz-Grundverordnung. Hier greift vielmehr der Grundsatz der Datensparsamkeit. Es sind diesbezüglich nur  Daten abzufragen, welche für die Abwicklung des Geschäfts erforderlich sind.

Das gilt auch für die Kommunikation mit den Kunden. Läuft der gesamte Bestellprozess online ab und erhält der Kunde die Bestellbestätigung sowie alle weiteren relevanten Informationen per E-Mail, dann darf selbstverständlich auch auf der Angabe einer E-Mail-Adresse beharrt werden.

Aber wie sieht es mit der Telefonnummer aus? Da bei Bestellung und Lieferung immer wieder Probleme auftreten können, die sich am schnellsten telefonisch klären lassen, gilt die Erhebung einer Rufnummer als zulässig. Wer seine Kunden allerdings gleich nach mehreren Nummern, zum Beispiel in den Kategorien „dienstlich“ und „privat“ oder „mobil“ und „Festnetz“ fragt, der begibt sich bereits auf dünnes Eis. Die Angabe alternativer Rufnummern beim Bestellprozess sollte auf jeden Fall nur eine freiwillige Zusatzoption und nicht als Pflichtfeld ausgestaltet sein.

Transaktionsbezogene Nachrichten

Unter den Datenschutzgesichtspunkten völlig unbedenklich ist eine Kommunikation mit den Kundinnen und Kunden immer dann, wenn dies in unmittelbaren Zusammenhang mit einem Geschäftsvorfall steht. Das gilt zum Beispiel dann, wenn Unklarheit über den Inhalt der Bestellung besteht. Wollte die Kundin tatsächlich zehnmal dasselbe T-Shirt ordern oder sollte der Eintrag im Bestellformular statt „10“ eigentlich „01“ heißen? Solche und vergleichbare Probleme, die bei jeder Bestellung auftreten können, dürfen selbstverständlich auch mit den Kunden erörtern werden. In diesem Fall steht es dem Onlinehändler auch völlig frei, ob er eine Kundin lieber anruft oder ihr eine E-Mail schickt.

Darüber hinaus darf die Kundschaft auch darauf hingewiesen werden, dass der Wunschartikel leider ausverkauft ist oder sich die Lieferung verzögert. Bei dieser Gelegenheit kann auch ein Ersatzartikel angeboten werden. Bei besonders teuren Artikeln mit gesteigertem Diebstahlrisiko, wie etwa Goldmünzen und seltenen Briefmarken, gilt es auch als zulässig, den Käufer zu kontaktieren, um sich vom Zugang der Ware zu überzeugen.

Werbung

Händler, die Ihren Kunden Werbenachrichten schicken wollen, brauchen dafür deren Zustimmung. Dabei spielt es keine Rolle, wie das Werbematerial benannt wird. Auch Newsletter, Branchennachrichten oder Geburtstagsgrüße sind ohne Einwilligung der Kundinnen und Kunden tabu.

Anders sieht die Sache dagegen aus, wenn es sich bei der Werbeaktion um eine transaktionsbezogene Kommunikationsmaßnahme handelt. So dürfen zum Beispiel Gebrauchsanweisungen für das bestellte Produkt zugeschickt werden. Das gleiche gilt auch für andere Informationen, die in engem Zusammenhang mit der Bestellung stehen. Wer Kochtöpfe kauft, darf eine Rezeptsammlung erhalten, wer Sportschuhe bestellt, Tipps fürs Ausdauertraining.

Allerdings darf das nur in enger zeitlicher Nähe zum ursprünglichen Geschäftsvorfall erfolgen. Kunden, die zu Weihnachten einen Elektrogrill ordern, ist es nicht erlaubt, beispielsweise zum Sommeranfang mit einem Grillratgeber zu bewerben, sofern dem Erhalt von Werbung keine Zustimmung vorliegt.

Social Media

Händler, die Seiten auf Facebook, Twitter und Co. unterhalten, dürfen diese auch nutzen, um für ihre Produkte zu werben. Selbstverständlich ist erlaubt, über diese Medien die Fragen (potentieller) Kunden zu beantworten oder auf Kommentare zu den eigenen Beiträgen zu reagieren.

Keinesfalls sollten Onlinehändler aber auf die Idee kommen, nach den Accounts ihrer Kunden zu suchen, um diese gezielt anzusprechen oder ihnen gar private Nachrichten zukommen zu lassen. So etwas ist allenfalls dann erlaubt, wenn es sich um Informationen handelt, die in Zusammenhang mit einer Bestellung stehen und der Kunde anders nicht erreicht werden kann, weil er sich bei der Eingabe der Kommunikationsdaten vertippt hat.

Auch untersagt, Daten, die im Rahmen des Bestellprozesses erhoben wurden, aber genutzt werden, um über Social Media Werbebotschaften an bestimmte Personen zu schicken oder um Kundinnen und Kunden auszuforschen.

 

Lesen Sie weiter in unserem TEIL 2  und TEIL  3

 

TEIL 2:  E-Commerce u. E-Mail-Kommunikation für Onlinehandel. Die Vorgehensweise in den drei Basisarten der Transkationsbedingten Kommunikation:

  • Bestellbestätigung
  • Versand und Rückversand
  • Produktinformation
  • Unterschied Werbe-E-Mails vs. Transaktionsbedingte E-Mail

https://datenschutzbeauftragter-dsgvo.com/dsgvo-teil-2-e-commerce-u-e-mail-fuer-onlinehandel-arten-der-kommunikation/

 

TEIL 3:  E-Commerce u. E-Mail-Kommunikation für Onlinehandel. Social Media u. weitere Kanäle

  • Umgang mit Soziale Media Kanäle
  • Bewertungsaufforderungen
  • Gültigkeit alter Einwilligung
  • Kommunikationskanäle
  • Fazit Neuer Umgang E-Commerce

https://datenschutzbeauftragter-dsgvo.com/teil-3-e-commerce-u-e-mail-fuer-onlinehandel-bewertung-und-social-media/

2018-07-29T22:04:24+00:00

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