Zuletzt aktualisiert: 9. Juli 2026 — Peter Fürsicht, zertifizierter DSB
DSB – Datenschutzbeauftragter (Art. 37–39 DSGVO)
Der Datenschutzbeauftragte (DSB) ist die zentrale Person fuer Datenschutz-Compliance in einem Unternehmen. Artikel 37 bis 39 der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) regeln, wann ein DSB bestellt werden muss, welche Aufgaben er wahrnimmt und welche Qualifikation erforderlich ist.
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Wer einen DSB braucht
Ein Datenschutzbeauftragter ist Pflicht, wenn die Verarbeitung durch die Art oder den Umfang eine umfassende regelmaessige und systematische Ueberwachung betroffener Personen erfordert oder eine grossmaestige Verarbeitung sensibler Daten erfolgt. Viele kleine und mittelstaendische Unternehmen sind davon betroffen, ohne es zu wissen. Die Pflicht ist nicht an eine Mindestmitarbeiterzahl gekoppelt – ausschlaggebend ist das Verarbeitungsrisiko.
Aufgaben des DSB
Der DSB beraten und kontrollieren den Verantwortlichen bei der Einhaltung der DSGVO. Zu seinen Kernaufgaben gehoeren:
- Beratung und Unterrichtung zu DSGVO-Pflichten
- Ueberwachung der Einhaltung, including Audits und interne Reviews
- Beratung bei der Datenschutz-Folgenabschaetzung und dem Verzeichnis von Verarbeitungstaetigkeiten
- Kontaktperson fuer Aufsichtsbehoerden und betroffene Personen
Intern vs. extern
Der DSB kann intern als Mitarbeiter oder extern als Dienstleister bestellt werden. Ein externer DSB ist oft sinnvoll, wenn intern keine ausreichende Fachkunde vorhanden ist oder wenn die Unabhaengigkeit besser gewaehrleistet ist. Der DSB darf bei der Ausuebung seiner Aufgaben nicht belehrt oder abberufen werden – er berichtet direkt der hoechsten Führungsebene.
Praxis-Beispiel
Ein Muenchner Online-Shop mit 12 Mitarbeitern verarbeitet Kundendaten systematisch und setzt Tracking-Tools ein. Die Aufsichtsbehoerde sieht hier eine umfangreiche systematische Ueberwachung – ein DSB wird zur Pflicht. Ohne Bestellung drohen Bussgelder bis 10 Mio. Euro oder 2 % des Jahresumsatzes.
Was kostet ein externer DSB?
Ein externer DSB kostet regelmaessig zwischen 150 und 300 Euro pro Monat je nach Aufwand und Unternehmensgroesse. Die Investition amortisiert sich, wenn man Bussgeld-Risiken vermeidet.
Brauche ich als Einzelperson einen DSB?
Nein. Die Pflicht greift erst bei einer verantwortlichen Stelle mit umfangreicher systematischer Verarbeitung. Freiberufler ohne Mitarbeiter kommen meist ohne DSB aus.
Was passiert, wenn ich keinen DSB bestelle, obwohl Pflicht besteht?
Das ist ein schwerwiegender DSGVO-Verstoss. Aufsichtsbehoerden koennen Bussgelder verhaengen und die Bestellung anordnen.
Kann der DSB persoenlich haften?
Nein, der DSB haftet nicht fuer DSGVO-Bussgelder des Unternehmens. Er muss aber seine Aufgaben gewissenhaft ausueben.

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