DSGVO TEIL 3:  E-Commerce u. E-Mail-Kommunikation für Onlinehandel, Bewertung und Social Media

//DSGVO TEIL 3:  E-Commerce u. E-Mail-Kommunikation für Onlinehandel, Bewertung und Social Media

DSGVO TEIL 3:  E-Commerce u. E-Mail-Kommunikation für Onlinehandel, Bewertung und Social Media

TEIL 3:  E-Commerce u. E-Mail-Kommunikation für Onlinehandel, Bewertung und Social Media

DSGVO:  was darf ich noch per E-Mail schicken? Es gibt nur ein paar wenige Grundsätze zu beachten, um beim Onlinehandel nicht über eine juristische Fußangel zu stolpern. Die wichtigsten Fragen rund um das Thema „E-Commerce, Kundenkommunikation beantworten wir in diesem Beitrag.

INHALT:

TEIL 1:  E-Commerce u. E-Mail-Kommunikation für Onlinehandel, Was ist noch erlaubt?

TEIL 2:  E-Commerce u. E-Mail-Kommunikation für Onlinehandel, Basisarten der Kommunikation

TEIL 3:  E-Commerce u. E-Mail-Kommunikation für Onlinehandel, Bewertung und Social Media

 

Bewertungsaufforderung gilt als Werbung!

 

Achtung bei Feedback-Anfragen:

UWG Gesetzes gegen unlauteren Wettbewerb §7 Nr. 158.

Bewertungsaufforderungen werden nach UWG als Werbung eingestuft. Hier ist somit Vorsicht geboten. Unternehmen haben sich folglich die Einwilligung vom Kunden zu holen oder unbedingt die Ausnahme-Voraussetzungen von UWG §7 Absatz 3 zu treffen.

Bewertungsfragen nach dem Versand sind erlaubt, aber für Shop- und Händlerbewertungen ist trotzdem hierzu eine Einwilligung des Kunden unbedingt notwendig.

Produktbewertungen oder Bewertungen des Kaufprozesses selbst, welche hier einen direkten Transaktionsbezug haben, sind auch ohne expliziten Opt-in erlaubt, jedoch nur, solange die Voraussetzungen nach §7 Abs. 3 UWG auch eingehalten werden.

 

  1. Mit Einwilligung:

Arbeiten Onlinehändler mit Bewertungen, ist dies inzwischen im Vorfeld anzukündigen. Dies kann beispielsweise schon zum Bestellvorgang in die Anfrage oder ins Formular eingebunden werden.

Diese Einwilligung hat sich dann hierzu auch „ganz explizit“ auch auf Händler- und Shop-Bewertungen zu beziehen. Beispielsweise durch Klick auf einen Button, der auf spätere Bewertung hinweist. „Einwilligung zur späteren Erinnerung per E-Mail an die Vornahme der Bewertung!“ Dies kann aber auch während des Bestellprozesses durch eine Checkbox mit dem Text: „Dürfen wir Ihnen Umfragen zu unserem Service zukommen lassen?“ eingeholt werden.

 

Kurze Erläuterung zu:  „ähnliche Dienstleistung“ oder „ähnliche Produkte“:

Um als „ähnliche Waren oder Dienstleistungen“ zu gelten, müssen die Produkte austauschbar sein oder dem gleichen oder zumindest ähnlichen Bedarf- oder Verwendungszweck dienen. Beispielsweise können nach dem Kauf auch die gleichen Produkte mit anderer Farbe beworben werden. Dies ist als austauschbar anzusehen.

 

  1. Ohne Einwilligung:

Was ist Zulässigkeit gemäß §7 Abs. 3 UWG Gesetzes gegen unlauteren Wettbewerb. Damit der Versand einer Bewertungsanfrage auch ohne vorherige Einwilligung gültig ist, muss der Händler die E-Mail-Adresse des Empfängers im Rahmen des Kaufprozesses erhalten haben.

Das passiert entweder gleich zu Anfang der Bestellung oder der Händler fragt die Adresse direkt im Anschluss an die Transaktion ab. Zusätzlich ist der Kunden im Zusammenhang mit dem Erhalt der Adresse außerdem klar und deutlich auf die vorgesehene Verwendung wie eine Bewertungsanfrage hinzuweisen. Auch der jederzeit mögliche Wiederspruch des Kunden klar angegeben sein.

Das ist sowohl bei der Erhebung der Adresse als auch später bei jeder Versendung einer entsprechenden E-Mail erkennbar sein.

Die letzte, wesentliche Voraussetzung ist, dass der Unternehmer die erhaltene   Adresse vergleichbar mit der Direktwerbung für eigene ähnliche Waren oder    Dienstleistungen verwendet. Die erhaltene Einwilligung darf dann auch nur für die Bewertung von den Produkten oder der Dienstleistung verwendet werden, die der Kunde gerade erworben hat.

 

 

Soziale Media Kanäle

Werbung mit Links zu Social-Media-Kanälen. Dürfen Onlinehändler ihre Kunden dazu auffordern, bei Facebook, Instagram oder Twitter zu folgen?       Laut Gesetzgebung „JA“

 

UWG Gesetzes gegen unlauteren Wettbewerb §7 Nr. 154.

Ein Hinweis auf die Facebook-Seite eines Unternehmens in einer Transaktionsmail ist noch keine einwilligungsbedürftige Werbung.

 

Bei erlaubten E-Mails wie beispielsweise Bestellbestätigungen oder Versandnachrichten darf dezente Werbung dieser Art eingebaut werden – Auch in Form einer Aufforderung, einem Social-Media-Kanal zu folgen.

Bitte beachten. Die Informationen sind erlaubt. Die zusätzliche Information ist rechtlich kein Problem. Jedoch hat auch hier wieder der Fokus auf die eigentliche Nachricht zu liegen. Zauberwort: Zurückhaltung! Die Social-Media-Links oder Sales Banner müssen sich im Hintergrund halten und dürfen den eigentliche Zweck der Nachricht nicht überdecken.

 

 

Gültigkeit „alter“ Einwilligungen

Die Einwilligung gilt – unter der Voraussetzung, dass die bisherigen datenschutzrechtlichen Einwilligungen gemäß den Anforderungen des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG) und Telemediengesetzes (TMG) eingeholt wurden, gelten sie auch weiterhin unter der DSGVO.

Hat man dies nicht beachtet, sind die Einwilligungen nicht mehr wirksam. Mit der DSGVO ist der Nachweis der Einwilligung gesetzlich vorgeschrieben. Empfehlenswert: per Opt-in, besser noch Double-Opt-in nachweisbar.

Neu ist auch die Altersgrenze. In der DSGVO Artikel 8 wird als Mindestalter für eine eigenständige, rechtmäßige Einwilligung ein Alter von 16 Jahren vorgeschrieben. EU-Mitgliedstaaten steht frei, das Alter auf 13 Jahre herabzusetzen, ist das Kind allerdings jünger, ist die Zustimmung der Eltern erforderlich.

 

 

Kommunikationskanäle

Transaktionsbasierte Kommunikation kann über verschiedene Kanäle ablaufen. Für Onlinehändler am gängigsten die E-Mail. Nachrichten über SMS oder Whatsapp sowie Facebook ist auch möglich, jedoch wie bei der E-Mail auch hier eine vorherige Erlaubnis der Personen ein Muss, da hierzu auch die Kundendaten wie Telefon, Handynummer oder Facebook-Kontakt abgefragt werden müssen.

 

Fazit

Transaktionsbasierte Kommunikation gehört zum Kundenservice und gilt nicht als Werbung, selbst wenn Werbung mit eingebunden wird. Voraussetzung: Der werbliche Teil darf nicht im Fokus stehen, sondern muss im Hintergrund gehalten werden.

Onlinehändler können bei Beachtung dieser Vorgaben auch weiterhin problemlos die Kunden auf Ihrem Weg begleiten und kommunikativ auch positive Kundenbindung erhalten und stärken.

 

Regel: Mit vorheriger Einwilligung des Kunden kann problemlos mit dem Kunden kommuniziert und Werbung eingebunden werden.

Was ist ERLAUBT:
Transaktionsbasierte Kundenkommunikation wie Bestellbestätigungen, Status-Updates und Versandnachrichten dürfen ohne explizite Einwilligung verschickt werden.
Zurückhaltende Werbung ist erlaubt
Bestehende Einwilligungen haben Bestand, wenn diese gem. den Anforderungen BDSG und TMG eingeholt wurden.
Bewertungsaufforderung mit der entsprechenden Einwilligung erlaubt.
WICHTIG:
Kundendaten nicht ohne Weiteres an Transportunternehmen oder Postdienstleister übermitteln
Beachtung von Double-Opt-in
Nur absolut nötige Kundendaten abfragen. Optionale Angaben unbedingt als freiwillig kennzeichnen
E-Mail OHNE Zustimmung NIE zum reinen Werbe-Zweck
Mindestaltersgrenze beachten.

Zurück zu TEIL 2:

https://datenschutzbeauftragter-dsgvo.com/dsgvo-teil-2-e-commerce-u-e-mail-fuer-onlinehandel-arten-der-kommunikation/

 

 

2018-07-29T22:09:12+00:00

Leave A Comment

*