//DSGVO TEIL 2:  E-Commerce u. E-Mai für Onlinehandel, Arten der Kommunikation

DSGVO TEIL 2:  E-Commerce u. E-Mai für Onlinehandel, Arten der Kommunikation

DSGVO TEIL 2:  E-Commerce u. E-Mail-Kommunikation für Onlinehandel, Arten der Kommunikation

DSGVO:  was darf ich noch per E-Mail schicken? Es gibt nur ein paar wenige Grundsätze zu beachten, um beim Onlinehandel nicht über eine juristische Fußangel zu stolpern. Die wichtigsten Fragen rund um das Thema „E-Commerce, Kundenkommunikation beantworten wir in diesem Beitrag

INHALT:

TEIL 1:  E-Commerce u. E-Mail-Kommunikation für Onlinehandel, Was ist noch erlaubt?

TEIL 2:  E-Commerce u. E-Mail-Kommunikation für Onlinehandel, Basisarten der Kommunikation

TEIL 3:  E-Commerce u. E-Mail-Kommunikation für Onlinehandel, Bewertung und Social Media

 

 

 

3 Basis-Arten von E-Mail Kommunikation

Gerade der Prozess Bestellabwicklung birgt für Onlinehändler ein großes Potenzial, hierzu mit einer guten Kommunikation das Einkaufserlebnis überdies zu verbessern. Was darf somit in diesem Status zusätzlich informiert oder beworben werden?

Laut DSGVO Artikel 6 Abs.1 Rechtmäßigkeit der Datenverarbeitung gilt:

„Die Verarbeitung ist rechtmäßig, wenn … sie für die Erfüllung eines Vertrages, dessen Vertragspartei die betroffene Person ist, oder  zur Durchführung vorvertraglicher Maßnahmen erforderlich ist.“

Dies bedeutet: Sind die Nachrichten erforderlich für die Vertragserfüllung, so dürfen sie versendet werden. Zusätzlich gilt: Wenn die Datenverarbeitung zur Vertragserfüllung (notwendigerweise) verbunden ist, ohne hier direkt der Erfüllung der Hauptleistung zu dienen, so ist es erlaubt. Genau genommen handelt es sich hier nicht um Werbung, sondern Kundenservice.

Als Werbung gilt, sobald die Nachrichten nicht mehr in Bezug zur Bestellabwicklung stet. Hier greift dann das Gebot des Verbots mit Erlaubnisvorbehalt. Der Kunde hat in Diese Kommunikation eine Einwilligung zu erteilen. Was ist zu beachten bei:

Bestellbestätigung

Onlinehändler sind sogar gesetzlich verpflichtet, nach Eingang der Bestellung unverzüglich eine Bestätigung zukommen zu lassen. Was ist erlaubt und darf zusätzlich in die Bestellbestätigung mit eingebaut werden? Eine Bestellbestätigung dient, wie schon der Name es sagt, die Bestellung kurz zu bestätigen.

Werbung wäre hier nicht zu bestätigen ist aber wie folgt erlaubt: Das Wesentliche, also die Bestellbestätigung hat im Vordergrund zu stehen und die Werbung klar im Hintergrund bzw. in einer untergeordneten Rolle.

Status-Updates vor dem Versand. Viele Onlinehändler halten Ihre Kunden so auf dem aktuellsten Stand und gelten als „weitere“ Informationen zur Bestellung. Diese Nachrichten hängen direkt mit der vertraglichen Leistung, also mit dem Versand der Bestellung zusammen.

Versand und Rückversand

Versandnachrichten zählen zum Kundenservice und sind erlaubt. Sie informieren über den Versandstatus und dem Verbleib der Bestellten Ware.

Hier gilt der gleiche Grundsatz: Solange der eigentliche Zweck der Versandnachrichten nicht untergraben wird, darf Werbung auch eingebunden werden. Ergänzende Informationen sind auch möglich, welche dem Kunden helfen, seine Transaktion besser abzuwickeln. Beispielsweise Wegbeschreibungen zur Paketstation, Öffnungszeiten….

 

Zusatzinformationen zur Übermittlung von E-Mail-Adressen:

Veröffentlichung vom März 2018 durch die unabhängige Datenschutzbehörde des Bundes DSK: Die Übermittlung von E-Mail-Adressen durch Onlinehändler ist nur mit Einwilligung rechtmäßig.

„Die Übermittlung von E-Mail-Adressen durch Onlinehändler an Postdienstleister ist   nur bei Vorliegen einer Einwilligung der Kunden in eben diese Übermittlung rechtmäßig.“

Viele Onlinehändler geben selbst die Zustellinformationen an den Kunden weiter. Beispielsweise mit einem Link zur Sendungsverfolgung. Dies sei objektiv zumutbar. Aus diesem Grund ist die Erforderlichkeit im Rahmen des § 28 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 BDSG bzw. Art. 6 Abs. 1 Satz 1 DSGVO verneint.

Bis Dato ist der DSK-Beschluss eine rechtlich nicht bindende Weisung. Will man jedoch ganz sicher gehen, übernimmt man die Versandkommunikation selbst oder arbeitet mit einer Whitelabel-Lösung und verschickt die Zustellinformationen eigenverantwortlich an seine Kunden.

Fazit: Rechtlich ist die Elektronische Kommunikation als Service ohne werblichen Charakter – anzusehen. Um das Einkaufserlebnis zu verbessern, nutzen viele Onlinehändler diese Kommunikation, um sie mit Zusatzinformationen anzureichern und den Kunden relevante Inhalte auszuspielen. Die Möglichkeiten sind vielfältig. Dennoch ist hier Vorsicht geboten, da bestimmte Regeln beachtet werden müssen.

 

Produktinformation

Nicht nur Standortinformationen oder Öffnungszeiten, sondern auch Produktinformationen stellen für die Kundenbindung einen erheblichen Mehrwert dar. Die Informationen sind erlaubt, sollten jedoch natürlich zum Kunden und dem von ihm gekauften Produkt passen. Die zusätzliche Information ist somit rechtlich kein Problem.

Jedoch hat auch hier wieder der Fokus auf die eigentliche Nachricht zu liegen. Diese Informationen sind für den Kunden hilfreich und verbessern das eigentliche Produkterlebnis ohne wirklich wie eine Werbung zu wirken.

 

 

Werbe-E-Mails vs. Transaktionsbedingte E-Mail:

INFO: „Transaktionsbasierte“ Kommunikation gilt nicht als Werbung! In Bestellbestätigungen, Status-Updates und Versandnachrichten darf somit auch Werbung eingebunden werden.

In diesen 3 Basisarten der E-Mail-Kommunikation kann Werbung beispielsweise sein:  Aktions-Angebote, Produktempfehlungen oder auch Gutscheine für „ähnliche“ Waren aus diesem Segment des gekauften Produktes. Haben die beworbenen Produkte jedoch nur einen entfernten Bezug zu dem Produkt, das der Kunde gerade gekauft hat, empfiehlt sich hierzu ein zusätzliches Opt-in Management.

Auch hier gilt, die Werbung hat stark im Hintergrund zu stehen und hat nicht vor der eigentlichen Nachricht abzulenken. Der Zweck dieser drei Basisarten der Transaktionsbasierten E-Mail-Kommunikation darf nicht ein reines Werbemittel sein.

 

Was ist der Unterschied?

Definition „Werbung“ lt. UWG §7 Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb:

…umfasst alle Maßnahmen eines Unternehmens, die auf die Förderung des Absatzes seiner Produkte oder Dienstleistungen gerichtet ist…

 

Beispiele:

  • Reine Produktbezogene Werbung
  • Newsletter
  • Imagewerbung
  • Sponsoring
  • Angebot zum Newsletter

Die kommerzielle Absicht muss für den Empfänger immer klar zu erkennen sein. Ohne klare und ausdrückliche Zustimmung des Kunden gilt der Erhalt der Werbung anders formuliert als unzumutbare Belästigung und ist folglich unzulässig. Hierzu wird auch kein Unterschied gemacht zwischen einem Verbraucher B2C oder einem Unternehmen B2B.

Wenn jedoch die Werbe-E-Mail in Zusammenhang mit der verkauften Ware oder Dienstleistung verschickt wird und der Händler aus diesem Grund die E-Mail-Adresse gespeichert hat, ist das zulässig.

 

 

Lesen Sie in unserem Teil 3 die Vorgehensweise für E-Commerce bzw. E-Mail-Kommunikation zum Thema:

  • Umgang mit Soziale Media Kanäle
  • Bewertungsaufforderungen
  • Gültigkeit alter Einwilligung
  • Kommunikationskanäle
  • Fazit Neuer Umgang E-Commerce

https://datenschutzbeauftragter-dsgvo.com/teil-3-e-commerce-u-e-mail-fuer-onlinehandel-bewertung-und-social-media/

 

Zurück zu TEIL 1: 

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2018-07-29T22:06:11+00:00

3 Comments

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